Wie fühlt sich der Alltag im Rollstuhl an?
Dieser Frage gingen wir bei unserem Workshop am 24. Juli gemeinsam mit Patrick und Mercedes nach, die beide mit einer körperlichen Beeinträchtigung leben. Patrick sitzt im Rollstuhl, Mercedes ist beim Gehen und teilweise auch beim Sehen eingeschränkt. Mit viel Offenheit gaben sie uns persönliche Einblicke in ihren Alltag.
Zum Einstieg erwartete die Gruppe eine interaktive Fragerunde. Verschiedene Aussagen rund um das Leben mit einer körperlichen Beeinträchtigung wurden vorgelesen und die Teilnehmer:innen konnten mithilfe grüner und roter Karten abstimmen, ob sie der Aussage zustimmen oder nicht. Patrick und Mercedes berichteten anschließend aus ihrer persönlichen Sicht und zeigten, dass viele gut gemeinte Handlungen nicht immer die richtigen sind und jede Situation individuell betrachtet werden sollte.
Danach wurde es praktisch: Für die gemeinsame Jause musste eingekauft werden. Die Einkaufsliste wurde bewusst nur mit der schwächeren Hand geschrieben, bevor es im Rollstuhl gemeinsam durch Mürzzuschlag zum Geschäft ging. Dort wurde spürbar, wie viele Hindernisse im Alltag bestehen – enge Gänge, schwer erreichbare Produkte, das Tragen der Einkäufe oder die Notwendigkeit, immer wieder andere Menschen um Unterstützung zu bitten. Auch die neugierigen Blicke anderer Passant regten zum Nachdenken an und machten deutlich, dass nicht nur bauliche Barrieren, sondern auch gesellschaftliche Wahrnehmungen den Alltag beeinflussen können.
Zurück im Haus der Begegnung ließen wir den Workshop bei einer gemeinsamen Jause ausklingen und nutzten die Gelegenheit für einen offenen Austausch mit Patrick und Mercedes.
Zudem konnten die Teilnehmer:innen an verschiedenen Stationen alltägliche Herausforderungen selbst erleben. Ob im Rollstuhl, mit nur einer Hand oder bei einfachen Aufgaben wie Türen öffnen, Wasser holen oder einen Brief schreiben – schnell wurde deutlich, wie viele Hürden der Alltag bereithält.
Unser Fazit: Ein Workshop voller neuer Perspektiven, ehrlicher Gespräche und wertvoller Selbsterfahrungen. Wieder einmal wurde deutlich, dass Inklusion dort beginnt, wo Verständnis wächst.
Ein herzliches Dankeschön an Patrick und Mercedes für ihre Offenheit und die vielen persönlichen Einblicke sowie an das Haus der Begegnung Mürzzuschlag für die Bereitstellung der Räumlichkeiten.

























